Haidhausen: Die Lage hinter dem JOHANNISPLATZ
- Haidhausen wurde am 1. Oktober 1854 zusammen mit Au und Giesing nach München eingemeindet. Die erste Erwähnung als „Haidhusir" (Häuser auf der Heide) stammt aus dem Jahr 808.
- 1870 plante Arnold von Zenetti das Franzosenviertel als östliche Stadterweiterung; die Straßennamen erinnern an Schauplätze des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Bis in die 1970er Jahre galt Haidhausen als „Glasscherbenviertel", danach setzte 1976 die Sanierungsentscheidung den Wandel zur heutigen Designer-Adresse in Gang.
- Heute zählt Haidhausen zu den gefragtesten Münchner Premium-Lagen. Wohnungspreise liegen in einer Spitzengruppe, die in Premiumstraßen des Stadtteils Werte erreicht, die mit klassischen Premium-Quartieren konkurrieren. Die Substanz Wilhelminischer Bauten ist fast vollständig erhalten.
Haidhausen ist das Münchner Premium-Quartier mit der eindrucksvollsten Wandlungsgeschichte. Eine Bestandsaufnahme der Lage hinter dem JOHANNISPLATZ, am gewachsenen Dorfkern des Viertels.
Historische Substanz: 808 bis 1854 als Vorgeschichte
Haidhausen ist älter als München selbst. Erstmals erwähnt wird der Ort am 12. Februar 808 in einer Freisinger Urkunde als „Haidhusir", was so viel heißt wie „Häuser auf der Heide". Damals war es ein Dorf auf der Hochterrasse östlich der Isar, einige Bauernhöfe um eine Kirche, die heute als Alte Pfarrkirche St. Johann Baptist in der Kirchenstraße steht. Außenrum ergänzten sich vier Herbergsviertel: die Kreppe, die Grube, die Schwaige und der Kuglerberg, jeweils kleine Quartiere für Tagelöhner, Wäscherinnen und Bauhandwerker, die in der Stadtmauer Münchens keinen Platz fanden.
Im Mai 1848 stimmten die Haidhauser fast einstimmig dafür, sich der Stadt München anzuschließen. Am 1. Oktober 1854 wurde die Eingemeindung vollzogen, gemeinsam mit der Vorstadt Au und Giesing. Die Burgfriedensgrenze, die sich Jahrhunderte lang quer über den heutigen Wiener Platz zog, fiel weg. Was vorher Hofmark Haidhausen gewesen war, gehörte nun zur wachsenden Königlichen Haupt- und Residenzstadt.
Den Plan für die östliche Stadterweiterung zeichnete 1870 der Architekt Arnold von Zenetti. Sein Entwurf folgte französischen Vorbildern: ein symmetrisches Dreistrahl-System um den halbkreisförmigen Orleansplatz, mit der Wörthstraße als zentraler Achse und den Diagonalen Weißenburger Straße und Belfortstraße. Die Straßennamen erinnerten bewusst an Schauplätze des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Heute kennt das Viertel jeder unter dem Namen Franzosenviertel.
Der Wandel: 1976 als entscheidende Wegmarke
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg war Haidhausen das, was Münchner ein „Glasscherbenviertel" nannten. Wenig zerstört, aber wenig investiert. Die Bausubstanz alterte, die Infrastruktur stagnierte, der soziale Charakter blieb ein Arbeiterviertel mit schwierigen Adressen. Wer es sich leisten konnte, zog weg. Die Mietshäuser wurden günstiger, die Kneipen rauer, die Hinterhöfe dichter.
1976 setzte die Stadt München eine politische Entscheidung um, die Haidhausen retten sollte. 21 Blöcke wurden förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt. Der Eingriff sollte die Substanz erhalten, ohne die ansässige Bevölkerung zu verdrängen. Eine Schlüsselrolle spielte das Programm „Haidhauser Herbergen für Haidhauser Handwerker". Es sicherte, dass die Hinterhöfe nicht entkernt und in lukrative Wohnungen umgewandelt wurden, sondern dass dort weiter Familienbetriebe und Werkstätten Platz fanden.
In den 1980er Jahren begann der eigentliche Wandel. Industrieanlagen wurden abgerissen, Altbauten saniert, szenige Lokale eröffneten in den Erdgeschossen. Künstler und Kulturschaffende entdeckten die Wörthstraße. Der Gasteig wurde 1984 als neues Kulturzentrum eröffnet, was die Aufmerksamkeit gutverdienender Münchner endgültig auf Haidhausen lenkte. Was vom alten Haidhausen blieb, sind die Hinterhof-Werkstätten, die Markttradition am Wiener Platz seit 1889 und die niedrigen Häuser des alten Dorfkerns rund um die Pfarrkirche St. Johann Baptist.
Städtebaulicher Charakter: Drei Schichten in einem Quartier
Haidhausen ist städtebaulich in drei klar unterscheidbare Zonen gegliedert. Erstens der alte Dorfkern um den Wiener Platz und die Pfarrkirche St. Johann Baptist: kleine Straßen, niedrige Häuser, die Atmosphäre eines bayerischen Marktorts mitten in der Großstadt. Hier steht auch der JOHANNISPLATZ, in unmittelbarer Sichtachse zum 91 Meter hohen Westturm der neugotischen Pfarrkirche (errichtet 1852 bis 1874 nach Plänen von Matthias Berger, einem Schüler Friedrich Gärtners).
Zweitens das Franzosenviertel rund um den Orleansplatz, die Wörthstraße und den Bordeauxplatz: Wilhelminische Mietshäuser, breitere Achsen, doppelreihige Lindenalleen, die Lichtigkeit französischer Stadtplanung. Drittens die Bereiche entlang des Mittleren Rings und in Richtung Ostbahnhof, geprägt von Mischbebauung aus Nachkriegszeit und Bestandshäusern. Diese Mischung aus drei städtebaulichen Schichten macht Haidhausen einzigartig im Münchner Vergleich: An keiner anderen Stelle finden sich dörflicher Charakter, klassische Wilhelminische Architektur und urbane Lebendigkeit so eng nebeneinander.
Was das Quartier 2026 prägt, ist die Mischung. Hinter den Cafés der Wörthstraße liegen Schreinerbetriebe in Hinterhöfen, die es seit drei Generationen gibt. Auf dem Wiener Platz steht der Maibaum, gestiftet 2003 von den „Freunden Haidhausens". Der Markt funktioniert seit 1889. Die Kirche dominiert das Bild des Viertels seit 1874. Was Haidhausen erkennbar macht, ist nicht eine einzelne Schicht, sondern die Gleichzeitigkeit aller.
Mikrolage-Faktoren: Was den Wert macht
Drei Mikrolage-Faktoren tragen den Wert Haidhausens. Erstens die Isar-Nähe. Der westliche Rand des Quartiers grenzt an die Isar; Adressen entlang der Maximiliansbrücke, des Müllerschen Volksbads und der Praterinsel haben direkten oder fußläufigen Wasserbezug. Marktanalysen zeigen für Isar-Lagen unter 300 Metern Wasserentfernung Aufschläge von rund 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Lagen ohne Wasserbezug; direkter Isar-Blick bringt bis zu 30 Prozent Aufschlag.
Zweitens die Innenstadt-Erreichbarkeit. Die U-Bahn-Station Max-Weber-Platz liegt am nördlichen Rand des Quartiers; die U4 und U5 erreichen den Marienplatz in vier Minuten, den Hauptbahnhof in acht. Die Tram 16, 17, 18 und 19 erschließen das Quartier in mehrere Richtungen. Wer in Haidhausen wohnt, ist in fünf bis zehn Minuten in der Münchner Altstadt; eine Kombination, die im Premium-Segment selten ist.
Drittens die kulturelle Versorgung. Der Gasteig, das Kulturzentrum der Stadt München mit Philharmonie, Stadtbibliothek und Volkshochschule, liegt im Süden des Quartiers. Im April 2026 ist der Gasteig in der Sanierungsphase mit dem Interimsstandort Gasteig HP8; die langfristige Wiedereröffnung des Stamm-Gebäudes ist für 2027 geplant. Hinzu kommen Muffatwerk, Kammerspiele Filiale, Volkstheater (in unmittelbarer Nähe), Werksviertel-Mitte mit Wirtshaus und Riesenrad. Wer in Haidhausen wohnt, hat Münchens dichteste außertheaterhafte Kulturzone vor der Tür.
Hinzu kommen weiche Faktoren: die Cafés und Bistros der Wörthstraße, der Wiener Markt mit täglichem Angebot, der Hofbräukeller-Biergarten am Wiener Platz, die Vielfalt der Gastronomie. Wer in Haidhausen wohnt, lebt in einem aktiven Quartier mit dichter Versorgung, ohne auf die Substanz Wilhelminischer Architektur zu verzichten.
Wertentwicklung: Vom Glasscherbenviertel zum Spitzensegment
Die Wertentwicklung Haidhausens in den letzten 50 Jahren ist eine der eindrucksvollsten der Münchner Stadtgeschichte. Was in den 1970er Jahren als „Glasscherbenviertel" galt, ist heute Teil des Münchner Premium-Segments. Anfang 2026 lagen die Wohnungspreise in Haidhausen je nach Mikrolage in einem Korridor, der mit klassischen Premium-Quartieren wie Schwabing-West oder der Maxvorstadt konkurriert; in den Premium-Mikrolagen (Wörthstraße, Bordeauxplatz, Franzosenviertel, Wiener Platz-Umfeld) noch darüber.
Wesentliche Treiber dieser Wertentwicklung sind drei strukturelle Faktoren. Erstens die erhaltene Substanz. Haidhausen wurde im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig zerstört; der Wilhelminische Bestand ist weitgehend erhalten und durch die Sanierungsentscheidung von 1976 vor Verfall geschützt worden. Wer hier kauft, kauft historische Substanz mit gewachsenen Hausgemeinschaften.
Zweitens die Lage-Qualität. Innenstadt-Nähe, Isar-Bezug, U-Bahn-Anbindung, kulturelle Versorgung und Wiener Markt machen Haidhausen zu einer der lebenswertesten Mikrolagen Münchens. Wer hier wohnt, hat die Substanz der Wilhelminischen Architektur, die Energie eines lebendigen Quartiers und die kurze Distanz zur Innenstadt in einer Adresse.
Drittens die fortwährende Nachfrage. Haidhausen zieht eine spezifische Käuferschicht an: junge gut verdienende Paare, Doppelverdiener, Kreative, etablierte Familien, die das urbane Quartiergeräusch schätzen. Diese Nachfrage ist über zwei Generationen stabil geblieben und überdauert auch Marktkorrekturen. Marktbeobachter erwarten für Haidhausen auch 2026 und darüber hinaus stabile Wertentwicklungen, mit moderaten Aufschlägen in den Premium-Mikrolagen.
Was der JOHANNISPLATZ in dieser Lage repräsentiert
Der JOHANNISPLATZ am Johannisplatz 16 realisiert in der Mitte dieses gewachsenen Quartiers zwölf Wohnungen mit Größen von 31 bis 172 Quadratmetern. Die Adresse liegt im historischen Dorfkern Haidhausens, in unmittelbarer Sichtachse zur 91 Meter hohen Westturm-Spitze der Pfarrkirche St. Johann Baptist. 180 Meter zum Wiener Platz mit Markt und Hofbräukeller-Biergarten, 240 Meter zur U-Bahn-Station Max-Weber-Platz, 260 Meter zur Isar.
Architektur Landau + Kindelbacher. Die Fassadenarchitektur greift Bossenwerk-Sockel, Faschen und Simse der Neorenaissance-Architektur Haidhausens auf, ohne sie zu kopieren. Innenhof mit Westausrichtung, French-Balkone, Loggien, große Dachterrassen in den Penthäusern. Ausstattung mit KNX-BUS Smart Home (Gira G1), Eichendielen-Parkett mit Fußbodenheizung, Holz-Alu-Fenster, Dornbracht-Armaturen in aged bronze. Ein automatisches Parksystem mit zwölf Stellplätzen ersetzt die konventionelle Tiefgarage und gewinnt dem Hof zusätzliche Begrünung.
Wer eine Wohnung am JOHANNISPLATZ erwirbt, zieht in eine Adresse, die im Herzen des gewachsenen Haidhauser Dorfkerns liegt. Eine seltene Verbindung von Substanz, Lage-Qualität und Neubau-Ausstattung.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde Haidhausen Teil Münchens?
Haidhausen wurde am 1. Oktober 1854 zusammen mit der Au und Giesing nach München eingemeindet. Im Mai 1848 hatten die Bewohner fast einstimmig zugestimmt. Die erste schriftliche Erwähnung Haidhausens stammt aus dem Jahr 808 in einer Freisinger Urkunde als „Haidhusir", was „Häuser auf der Heide" bedeutet.
Was ist das Franzosenviertel?
Das Franzosenviertel ist die östliche Stadterweiterung Haidhausens, die 1870 von Arnold von Zenetti geplant wurde. Es besteht aus einem symmetrischen Dreistrahl-System um den halbkreisförmigen Orleansplatz mit der Wörthstraße als zentraler Achse. Die Straßennamen erinnern an Schauplätze des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Heute zählt das Franzosenviertel zu den charaktervollsten Quartieren Münchens.
Wann begann Haidhausens Wandel?
Der Wandel begann in den 1980er Jahren, nach der Festlegung von 21 Sanierungsblöcken im Jahr 1976. Die Eröffnung des Gasteig 1984 als Kulturzentrum brachte zusätzliche Aufmerksamkeit. Erste szenige Lokale, sanierte Altbauten und Kulturschaffende prägten das Bild der späten 1980er Jahre. Heute zählt Haidhausen zu den teuersten und gefragtesten Adressen Münchens.
Welche Wertentwicklung hat Haidhausen?
Haidhausen hat in den letzten 50 Jahren eine der eindrucksvollsten Wertentwicklungen der Münchner Stadtgeschichte durchlebt. Anfang 2026 lagen die Wohnungspreise je nach Mikrolage in einem Korridor, der mit klassischen Premium-Quartieren wie Schwabing-West oder der Maxvorstadt konkurriert. Marktbeobachter erwarten weiterhin stabile Wertentwicklungen mit moderaten Aufschlägen in den Premium-Mikrolagen.
Welche Verkehrsanbindung hat Haidhausen?
Die U-Bahn-Linien U4 und U5 (Station Max-Weber-Platz) erreichen den Marienplatz in vier Minuten und den Hauptbahnhof in acht. Die Tram 16, 17, 18 und 19 erschließen das Quartier in mehrere Richtungen. Mit dem Auto erreicht man den Mittleren Ring in fünf Minuten, die A8 in zehn.
Eine Lage, die sich nicht verraten lässt
Haidhausen ist nicht das einzige Münchner Viertel, das einen Wandel durchlebt hat. Aber es ist eines der wenigen, das nach diesem Wandel noch wie es selbst aussieht. Wer in Haidhausen wohnt, lebt in einer Geschichte, die noch geschrieben wird, aber nicht von Grund auf neu. Das ist die Stärke dieses Wandels. Und der Grund, warum Adressen hier kaum frei werden.
Mehr zum JOHANNISPLATZ, den verfügbaren Wohnungen und Besichtigungsterminen unter legat-living.de.
Quellen
- Haidhausen, Wikipedia
- Geschichte von Haidhausen, Freunde Haidhausens
- BA5 Au-Haidhausen Geschichte, Stadt München
- Neue Pfarrkirche St. Johann Baptist, Wikipedia
- Wohnlagenkarte München 2026, FT Immobilien 24
- Wiener Platz und Wiener Markt, muenchen.de
- Legat Living, offizielle Website
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