Licht für die dunkle Jahreszeit: Lichtplanung in der Premiumwohnung
- Zur Wintersonnenwende ist es in München nur rund acht Stunden und zwanzig Minuten hell, im Juni gut sechzehn Stunden; künstliches Licht prägt die Wohnung deshalb von Oktober bis März.
- licht.de empfiehlt für Wohnräume warmweißes Licht unter 3300 Kelvin, eine Farbwiedergabe von mindestens Ra 80, für Bad und Esstisch Ra 90, für Küche und Lesen 500 Lux und für das Bad 300 Lux Grundbeleuchtung.
- Die Tageslichtnorm DIN EN 17037 empfiehlt, dass mindestens ein Wohnraum an einem Tag zwischen 1. Februar und 21. März mindestens 1,5 Stunden direktes Sonnenlicht erhält.
Im Sommer plant man eine Wohnung nach dem Tageslicht, im Winter lebt man mit dem künstlichen. Von Oktober bis März ist es morgens beim Frühstück und abends ab dem späten Nachmittag dunkel. Wie eine Wohnung dann wirkt, entscheidet die Lichtplanung: Farbe, Helligkeit, Verteilung und Steuerung. Ein Überblick, worauf es ankommt.
Wenn der Tag kurz wird
München liegt auf rund 48 Grad nördlicher Breite. Zur Wintersonnenwende Ende Dezember ist die Sonne dort nur etwa acht Stunden und zwanzig Minuten über dem Horizont, zur Sommersonnenwende gut sechzehn Stunden. Hinzu kommen im Herbst und Winter häufig Nebel und Hochnebel, die den hellen Teil des Tages weiter verkürzen.
Für das Wohnen heißt das: Ein großer Teil der wachen Stunden findet bei künstlichem Licht statt. Gerade in hochwertigen Wohnungen mit großen Fensterflächen merkt man den Unterschied deutlich. Tagsüber holen bodentiefe Fenster viel Licht herein, abends werden dieselben Glasflächen zu schwarzen Spiegeln, wenn die Beleuchtung nicht darauf abgestimmt ist.
Das Tageslicht bleibt trotzdem die Grundlage. Die europäische Norm DIN EN 17037 empfiehlt, dass mindestens ein Wohnraum einer Wohnung an einem frei wählbaren Tag zwischen dem 1. Februar und dem 21. März bei klarem Himmel mindestens 1,5 Stunden direktes Sonnenlicht erhält. Drei Stunden gelten als mittlere, vier als hohe Stufe. Das ist eine Planungsgröße für den Neubau. Für den Bewohner zählt, was danach kommt: das Licht, das er selbst einschaltet.
Drei Ebenen des Lichts
Gute Lichtplanung arbeitet nach der Brancheninitiative licht.de mit drei Ebenen. Die Allgemeinbeleuchtung sorgt für Grundhelligkeit und Orientierung. Das Zonen- oder Platzlicht beleuchtet gezielt, wo gearbeitet, gelesen oder gegessen wird. Das Akzentlicht setzt Stimmung: Es lässt eine Wand, ein Bild, ein Regal oder eine Pflanze hervortreten und gibt dem Raum Tiefe.
Der häufigste Fehler im Wohnen ist es, alles mit einer Ebene lösen zu wollen. Eine einzelne helle Deckenleuchte macht den Raum gleichmäßig hell und flach. Mehrere Lichtquellen in unterschiedlicher Höhe, die sich einzeln schalten und dimmen lassen, erzeugen Atmosphäre. Gerade an dunklen Winterabenden wird ein Raum durch Licht auf Augenhöhe und durch beleuchtete Wandflächen wohnlicher als durch helles Licht von oben.
In Neubauten mit abgehängten Decken lässt sich die Grundbeleuchtung elegant über Einbauleuchten lösen, sogenannte Downlights, die kaum sichtbar in der Decke sitzen. An der SCHERERHOFSTRASSE 2 in Schwabing sind abgehängte Decken mit Downlights Teil der Ausstattung, in den Bädern zudem beleuchtete Spiegel mit Begleitheizung, die auch nach dem Duschen nicht beschlagen.
Lichtfarbe und Farbwiedergabe
Zwei Kennzahlen entscheiden, wie Licht wirkt. Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Warmweißes Licht liegt unter 3300 Kelvin und ist das typische Licht für Wohnräume: Es wirkt gemütlich, ähnlich dem Licht einer Glühlampe oder einer Kerze. Höhere Werte erscheinen kühler und eher sachlich. licht.de empfiehlt für das Wohnen warmweißes Licht, auch im Bad.
Die Farbwiedergabe beschreibt, wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle erscheinen. Gemessen wird sie im Farbwiedergabeindex Ra; der Höchstwert 100 wird etwa von Halogenlicht erreicht. licht.de empfiehlt für Wohnräume mindestens Ra 80, für Bad und Esstisch Ra 90. Gute LED-Leuchten erreichen heute Werte von Ra 90 bis 98. Der Unterschied ist sichtbar: Haut, Speisen, Holz und Textilien wirken unter hoher Farbwiedergabe lebendig, unter schlechter fahl.
Für eine Wohnung mit hochwertigen Materialien ist die Farbwiedergabe besonders wichtig. Eichenparkett, Naturstein, Feinsteinzeug und Stoffe entfalten ihre Wirkung nur, wenn das Licht ihre Farben nicht verfälscht. Was man für Boden und Bad ausgewählt hat, sollte man abends auch so sehen können.
Wie hell es sein sollte
Die Beleuchtungsstärke, gemessen in Lux, beschreibt, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. licht.de nennt Richtwerte für die wichtigsten Bereiche der Wohnung.
In der Küche sollten auf den Arbeitsflächen 500 Lux erreicht werden, am besten durch Leuchten unter den Oberschränken, die die Arbeitsfläche ohne Schatten ausleuchten. Für Lesen, Schreiben und das Arbeiten im Homeoffice gelten ebenfalls 500 Lux. Im Bad genügen 300 Lux als Grundbeleuchtung, dazu kommt Licht am Spiegel, das das Gesicht gleichmäßig von vorn beleuchtet. Über dem Esstisch sollte die Leuchte etwa 60 Zentimeter über der Tischplatte hängen und den Tisch heller machen als seine Umgebung. Für Ankleide und Garderobe lohnt sich ebenfalls eine hohe Farbwiedergabe, damit Stoffe und Farben am Morgen so erscheinen wie später im Tageslicht.
Auf Treppen und Fluren geht es vor allem um Sicherheit. Treppen sollten von oben beleuchtet werden, blendfrei, ergänzend mit Wand- oder Stufenleuchten. Als Faustregel nennt licht.de Licht an jeder dritten Stufe. Bewegungsmelder schalten das Licht, wenn es gebraucht wird.
Licht und innere Uhr
Licht dient nicht nur dem Sehen. Es taktet die innere Uhr und beeinflusst den Hormonhaushalt. Helles, kühleres Licht wirkt aktivierend, warmes und gedämpftes Licht fördert die Ruhe. Dieser Zusammenhang steht hinter dem Begriff Human Centric Lighting: Licht, das sich im Tagesverlauf in Helligkeit und Farbe verändert, morgens anregend, abends beruhigend.
In der dunklen Jahreszeit hat das praktische Bedeutung. Morgens, wenn es draußen noch dunkel ist, hilft helleres Licht beim Wachwerden. Abends sollte das Licht wärmer und gedämpfter werden. Dimmbare Leuchten und Lichtszenen, die sich per Tastendruck abrufen lassen, machen das ohne Aufwand möglich.
Fenster, Terrasse und Garten
Große Glasflächen stellen die Lichtplanung im Winter vor eine eigene Aufgabe. Ist es draußen dunkel und drinnen hell, spiegelt sich der Raum im Glas, und der Blick nach draußen verschwindet. Dagegen helfen zwei Dinge. Innen ein Licht, das Wände und Decke beleuchtet statt nur nach unten zu strahlen, und außen eine dezente Beleuchtung der Terrasse oder des Gartens. Sobald draußen etwas zu sehen ist, wird aus dem schwarzen Spiegel wieder ein Fenster. Ein elektrischer Sonnenschutz, wie ihn das HAUS KÖNIGSWIESE und die SCHERERHOFSTRASSE 2 haben, schließt die Glasfläche bei Bedarf ganz.
Für Außenleuchten gelten eigene Regeln. Sie müssen gegen Feuchtigkeit geschützt sein, und sie sollten nicht weiter strahlen als nötig. Das bayerische Naturschutzgesetz verlangt in Artikel 11a, dass künstliche Beleuchtung im Außenbereich Insekten möglichst wenig beeinträchtigt, und erklärt Himmelstrahler für unzulässig. Warmes Licht, das gezielt nach unten fällt, ist für Garten und Terrasse ohnehin die angenehmere Wahl.
Steuerung: Szenen statt Schalter
Wer mehrere Lichtebenen plant, braucht eine Steuerung, die sie zusammenführt. licht.de nennt Bussysteme wie KNX sowie Funklösungen über Bluetooth, WLAN, Zigbee oder EnOcean. Mit ihnen lassen sich Lichtszenen definieren: ein Abend mit gedämpftem Licht und beleuchteten Wänden, ein Essen mit hellem Licht über dem Tisch, ein Morgen mit voller Grundhelligkeit in der Küche.
In den Häusern von Legat Living gehört ein solches System zur Ausstattung. Am JOHANNISPLATZ und an der SCHERERHOFSTRASSE 2 regelt ein KNX-BUS-System von Gira die Technik, im HAUS KÖNIGSWIESE ebenfalls ein KNX-System. Solche Systeme können Lichtszenen, Sonnenschutz und Heizung miteinander verbinden. Die Steuerung ist aber nur so gut wie die Planung dahinter. Welche Leuchten in welchem Raum auf welche Szene reagieren, sollte vor dem Einzug festgelegt werden, nicht danach.
Bei Leuchten, die in Möbel eingebaut werden, etwa in Küchen oder Schränke, empfiehlt licht.de auf Prüfzeichen wie VDE, ENEC oder GS sowie auf das Brandschutzzeichen zu achten. Im Bad müssen Leuchten den Schutzbereichen nach DIN VDE 0100-701 entsprechen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Lichtfarbe ist für Wohnräume richtig?
Warmweißes Licht unter 3300 Kelvin. Es wirkt gemütlich und ist nach licht.de die Empfehlung für Wohnräume einschließlich des Bades.
Wie hell sollte die Küche beleuchtet sein?
Auf den Arbeitsflächen etwa 500 Lux. Am besten gelingt das mit Leuchten unter den Oberschränken, die ohne Schatten auf die Arbeitsfläche strahlen.
Was bedeutet der Wert Ra bei Leuchten?
Er beschreibt die Farbwiedergabe: Je näher am Wert 100, desto natürlicher erscheinen Farben. Für Wohnräume empfiehlt licht.de mindestens Ra 80, für Bad und Esstisch Ra 90.
Wie viel Sonne sollte eine Neubauwohnung bekommen?
Die Norm DIN EN 17037 empfiehlt, dass mindestens ein Wohnraum an einem Tag zwischen 1. Februar und 21. März mindestens 1,5 Stunden direktes Sonnenlicht erhält, drei Stunden gelten als mittlere, vier als hohe Stufe.
Ein Haus für den Winter
Eine Wohnung zeigt im Winter, wie gut sie geplant ist. Im Juni verzeiht das Tageslicht vieles, im Dezember nichts. Wer an einem dunklen Abend in eine Wohnung kommt, in der Wände, Tisch und Arbeitsflächen jeweils ihr eigenes Licht haben, erlebt sie anders als unter einer einzelnen Deckenleuchte.
Gute Lichtplanung ist deshalb keine Dekoration, sondern Teil der Architektur. Sie beginnt mit Leitungen und Auslässen im Rohbau und endet mit der Szene, die man abends per Tastendruck abruft. Wer eine Wohnung im Herbst besichtigt, sollte sich daher auch das Licht zeigen lassen.
Quellen
1. licht.de: licht.wissen 14, Licht für Wohnräume (Vortragsfolien): https://www.licht.de/fileadmin/bildarchiv/Vortragsfolien/200629_Folien_lw14_4_3.pdf
2. DIN: DIN EN 17037 Tageslicht in Gebäuden: https://www.din.de/en/standard/din-en-17037/287576515
3. Landeshauptstadt München: Besonnungsstudie zum Bebauungsplan 2145 (Transsolar, 2021): https://lhm.muenchen.swm.de/dam/jcr:9139a761-b0b5-4ab6-bf52-6f3793900e00/BP2145_Besonnungsstudie.pdf
4. Legat Living: SCHERERHOFSTRASSE 2: https://www.legat-living.de/de/schererhofstrasse-2.html
5. Legat Living: JOHANNISPLATZ: https://www.legat-living.de/de/johannisplatz.html
6. Bayerisches Naturschutzgesetz, Art. 11a: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayNatSchG-11a
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